„Wir sind total unvorteilhaft auf Fotos“ oder „Ich weiß einfach nicht, wohin mit meinen Händen“ – wenn ihr diese Gedanken habt, seid ihr nicht allein. Tatsächlich sagen mir fast alle meine Paare zu Beginn, dass sie sich vor der Kamera unwohl fühlen. Kamerascheu ist kein Schicksal, sondern oft nur das Ergebnis falscher Erfahrungen.
Als Hochzeitsfotograf mit über 10 Jahren Erfahrung weiß ich: Die magischsten Bilder entstehen nicht durch Anweisungen, sondern durch Loslassen. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie ihr den Posing-Stress hinter euch lasst und Bilder bekommt, auf denen ihr euch wirklich wiederkennt.

1. Die Basis: Vertrauen und die richtige „Vibe“
Der erste Schritt zu entspannten Fotos passiert lange vor dem ersten Klick. Es geht um die Chemie zwischen euch und eurem Fotografen. Wenn ihr euch sicher und angenommen fühlt – so wie ihr seid, mit all euren vermeintlichen Makeln –, verschwindet die Anspannung fast von selbst.
- Der Safe Space: Ein professionelles Shooting sollte sich wie ein geschützter Raum anfühlen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein Selbstliebe-Erlebnis, bei dem ihr lernt, euch durch die Linse wohlzufühlen.
- Kennenlernen: Nutzt Vorgespräche oder ein Verlobungsshooting, um „warm“ zu werden. Wenn ihr wisst, wer hinter der Kamera steht, ist das Gerät selbst bald vergessen.



2. Fokus-Shift: Verbindung statt Linse
Einer der effektivsten Tipps gegen Kamerascheu ist es, die Kamera komplett zu ignorieren. Konzentriert euch stattdessen zu 100 % auf euren Partner.
- Interaktion statt Statik: Anstatt in die Linse zu starren, schaut euch an, flüstert euch etwas ins Ohr oder haltet einfach die Hände.
- Kleine Gesten: Ein sanftes Streichen über die Wange oder das Richten der Krawatte sind oft viel aussagekräftiger als jedes künstliche Lächeln. Diese „Walk and Talk“-Momente wirken lebendig und ungestellt.




3. Bewegung ist der Schlüssel gegen „Einfrieren“
Nichts wirkt unnatürlicher als Stillstehen wie eine Statue. Bewegung baut Adrenalin ab und sorgt für eine natürliche Körpersprache.
- In Aktion bleiben: Geht ein paar Schritte, dreht euch, tanzt oder lacht über einen Versprecher. Dynamik nimmt die Angst vor dem „perfekten Moment“, weil jeder Moment im Fluss ist.
- Authentizität: Werdet aktiv. Wenn ihr euch auspowert oder bewegt, strahlt ihr eine ganz andere Energie aus – frisch, fit und echt.


4. Der Geheimtipp: Soforthilfe durch Entspannungstechniken
Manchmal sitzt die Nervosität tief im Körper. Hier helfen Techniken, die Profis vor Auftritten nutzen.
- PME (Progressive Muskelentspannung): Diese Methode ist ein echter Gamechanger. Durch das bewusste Anspannen und abrupte Lösen von Muskelgruppen (z.B. Schultern oder Fäuste) bekommt ihr sofort ein lockeres Körpergefühl. Es hilft vor wichtigen Aufgaben, nach dem Sport und eben perfekt vor dem Shooting.
- Meditation gegen Lampenfieber: Ein paar Minuten bewusste Atmung können Wunder wirken. Hört euch vor dem Shooting eine kurze Audio-Meditation gegen Lampenfieber an, um euer Nervensystem herunterzufahren.
5. Akzeptanz und Vorbereitung
Sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, ist die halbe Miete. Akzeptiert, dass es am Anfang vielleicht kurz komisch ist – das ist völlig normal!
- Wohlfühl-Look: Wählt Kleidung, in der ihr euch nicht verkleidet fühlt. Wenn ihr euch in eurem Outfit sicher fühlt, strahlt ihr das aus.
- Ungestellte Philosophie: Mein Ansatz ist die dokumentarische Hochzeitsfotografie. Ich greife nicht ein, ich beobachte. So müsst ihr nie für die Kamera „arbeiten“.

FAQ zu diesem Thema
„Was mache ich, wenn ich auf Fotos immer mein künstliches ‚Foto-Gesicht‘ mache?“ Antwort: Das passiert meistens, wenn man versucht, ein Lächeln zu erzwingen. Die Lösung ist Interaktion: Lach deinen Partner an oder denk an einen Insider-Witz. Ein echtes Lächeln erreicht immer die Augen, ein künstliches nur den Mund.
„Wie lange dauert es normalerweise, bis man die Kamera vergisst?“ Antwort: Meistens braucht der Körper etwa 10 bis 15 Minuten, um sich an die Situation zu gewöhnen. Ein guter Fotograf startet deshalb oft mit weiten Aufnahmen oder Bewegung, bevor es an die intimen Nahaufnahmen geht.
„Hilft ein Glas Sekt gegen die Aufregung vor dem Shooting?“ Antwort: Ein Glas zur Entspannung ist völlig okay, aber die beste ‚Droge‘ ist Bewegung und eine gute Verbindung zum Fotografen. Die oben erwähnte PME-Technik wirkt oft nachhaltiger für ein natürliches Körpergefühl.
„Müssen wir beim Paar-Shooting ständig posieren?“ Antwort: Nein! Bei einem modernen, dokumentarischen Ansatz werdet ihr eher begleitet als dirigiert. Ihr dürft einfach ’sein‘. Die besten Bilder entstehen in den Pausen dazwischen.

Fazit: Eure Liebe braucht keine Regie
Am Ende des Tages geht es nicht darum, wie ein Model zu posieren. Es geht darum, dass ihr euch in 20 Jahren die Bilder anschaut und sagt: „Ja, genau so haben wir uns angefühlt.“
Mit über 10 Jahren Erfahrung und mehr als 145 positiven Bewertungen habe ich schon unzählige Paare begleitet, die anfangs behaupteten, „unfotogen“ zu sein. Mein Ziel ist es, euch die Angst zu nehmen und die echte, ungestellte Magie eures Tages festzuhalten.
Ihr wollt entspannte Bilder ohne Posing-Stress? Dann lasst uns gemeinsam schauen, wie wir eure Geschichte authentisch erzählen können. Schreibt mir einfach über mein Kontaktformular!

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