Eine Ehefrau zum verschicken

Meine Oma kam ursprünglich aus Nordhorn. Das ist eine kleine Stadt nahe der holländischen Grenze. Sie war damals acht und mein Opa Josef war zehn Jahre alt, als er meine Oma kennenlernte. Sein Klassenlehrer berichtete, dass Kinder aus dem Norden durch eine Kinderlandverschickung nach Hofbieber kommen würden. Damals wurden Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg für ein paar Wochen zu Pflegefamilien „verschickt“ um sich von dem Krieg zu erholen.

Erst kein Glück und dann noch Pech

„Mit jeder Geschichte habe ich ihn immer weniger gemocht.“

Kennengelernt haben wir uns ganz unbeabsichtigt. Nach meinem 18. Lebensjahr bin ich wegen des Studiums nach Nürnberg gezogen. Da ich die jüngste meiner Geschwister und das einzige Mädchen dazu war meine Mutter krank vor Sorge. Ich sollte daher alle zwei Wochen Kontrollbesuche bei ihrer alten Bekannten abstatten, ob nun auch wirklich alles mit mir in Ordnung sei. Bei den Treffen erzählte mir die Bekannte regelmäßig von ihrem Sohn; was für ein guter Bub das sei, wie toll und schlau und einzigartig er sei.

Wenn zwei Welten aufeinanderprallen…

Matthias und ich haben uns damals im 2. Semester an der Uni in Köln kennengelernt. Ich hatte kein großes Interesse, fand ihn anfangs sogar sehr arrogant und unsympathisch. Es verging eine Weile dann kamen wir uns näher. Zuerst durch das Studium (Gruppenarbeiten, Referate), dann privat. Immer mehr trafen wir uns nach den Vorlesungen, zuerst mit anderen dann allein. Eins kam zum anderen und schließlich wurden wir ein Paar. Da ich Türkin bin und religiös (zumindest ein wenig) erzogen wurde standen wir vor einem Problem: Wie sage ich meinen Eltern, dass mein Freund ein Deutscher ist?